Beatrice Richter

Collage · Malerei · Zeichnung
12./13. September · Kunstpunkt 2
Ackerstraße 15 · im Hinterhof
Ateliergemeinschaft Flingern 15
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beatricerichter.de
beatrice.richter@gmx.net
Das Atelier ist barrierefrei zu erreichen
02023
MORTALITAS (I) #16  2020 · Tusche, Binder, Graphit & Malmedium auf Papier und MDF · Holzrahmen · 43,5 x 33,5 x 3 cm
BEATRICE RICHTER: MORTALITAS

Oberflächlich betrachtet könnte man die Arbeiten von Beatrice Richter für botanische Studien oder altmeisterliche Vanitas-Stillleben halten. Und das hat durchaus eine partielle Berechtigung, denn die historischen Vorbilder schwingen mit im Werk der 1989 in Recklinghausen geborenen Künstlerin – nicht zuletzt im Ausstellungstitel Mortalitas. Jedoch würde eine Eingrenzung lediglich auf diesen Aspekt einer Einordnung dem Gesamten nicht gerecht: Es geht ebenso um Zeit, Irritation und um das Hinterfragen der eigenen Wahrnehmung.

In jedem einzelnen Werk unternimmt die Künstlerin den Versuch, den Prozesscharakter ihrer Arbeit zu konservieren – was ja eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Darüber hinaus zielt sie darauf, genau den schmalen Grat zwischen den Kategorien „Figurativ“ und „Abstrakt“ einzufangen und so die botanisch-zoologisch anmutenden Gebilde in einem Moment zwischen Schwerkraft und Schwerelosigkeit ins Bild zu bannen.

Der Betrachter kommt als externe Kraft dazu, indem er automatisch versucht, in den abstrakten Gebilden konkrete, seiner Wahrnehmung bekannte Objekte zu entschlüsseln: Schmetterlinge, Blumen, Gräser, Meerestiere – um nur einige Möglichkeiten zu nennen.
Da diese Festlegung der Formen auf ein konkretes Ding nicht gelingen kann, hat die Auseinandersetzung mit den Arbeiten Richters etwas Ungelöstes, Irritierendes – Betrachter und Werk bleiben somit quasi dauernd im Gespräch.