MalereiZeichnungGrafik / Druckgrafik
Worringer Straße 78      


Bettina Kohrs

Zur Malerei von Bettina Kohrs

"Das Zusammentreffen zweier Menschen, die Beschaffenheit von Oberflächen, Haut und Haar, delikate, leichte, feingewebte Stoffe, das Ineinandergleiten von Händen, Armen und Beinen, deren Kraft zu Bewegungslinien im Bildraum wird: In ihren großformatigen Ölbildern und feinen Aquarellen spürt die Malerin Bettina Kohrs den Facetten von Distanz und Nähe menschlicher Begegnungen nach.

Die kleinformatigen Aquarelle entstehen nach alten Fotografien. In ihrer Intimität scheinen sie einen Einblick in Geschichten zu gewähren, die dem Betrachter gleichermaßen fremd und vertraut erscheinen. Die Wahl der Fotovorlagen geschieht sehr bewusst und bezieht die besondere Beziehung zum Dargestellten ein, die der Blick des Fotografen entstehen lässt. In der malerischen Aneignung verselbständigt sich die Atmosphäre des Augenblicks. Das fragile, gleichsam fließende Material erinnerter Bilder wird in die transparenten Schichten der Malerei übertragen. Der sensible, mit großer Raffinesse eingesetzte Farbgebrauch lässt die Materialität der Oberflächen >Haut, Wasser, Gewebe< in ihrer Stofflichkeit spürbar werden." Magdalena Holzhey

"In den großen Nesselbildern [...] herrscht [...] eine sehr undeutsche Muße, wenn nicht Trägheit, das Dösen an einem Nachmittag, die Siesta hinter Gardinen, geschützt vor dem grellen Licht. Entspannte Körper, ausgestreckt über ein großes Format und doch in einem Raum sich konzentrierend. [...] Aber auch so etwas wie Sand, Strand, Draußensein drängt sich als Vorstellung in mehreren getüpfelten Untergründen auf. Spiele auf dem Sand, ein kurzer glücklicher Flug im Sprung nach dem Ball oder der ausgreifende Schwung einer Ballettpose oder einer Hängematte in solchen Momenten gelingt die Komposition wie beiläufig. In anderen wiederum verklammern sich die Körper zur geometrischen Figur aus der Vogelperspektive, bedrängen sich im Tanz oder ist es doch mehr Kampf als Tanz, mehr Abwehr als gewünschte Nähe?" Dorothee Schäfer

 

Océanne, 2009, Öl auf Leinwand, 130 x 200 cm

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