Abdelhadi El Aidi
In der aktuellen Malerei von Abdelhadi El Aïdi trifft Action-Painting auf strenge Geometrie. Das eine ist gekennzeichnet durch Aktion, Tempo und Spontaneität, die andere durch Kalkül, Raster und Ordnung. In einem malerischen Prozess von Übermalungen und Schichtungen entstehen seine Bilder in mehreren Etappen. Dabei werden nacheinander Farbschichten aufgebracht, die unterschiedlichen Regeln folgen und differenzierten Modi unterliegen. Oft werden ältere Arbeiten übermalt, aber selten gänzlich getilgt. Auf diese Sedimente oder auf die frisch grundierte Leinwand setzt Abdelhadi El Aïdi als erstes eine formatfüllende expressiv, spontane Malerei, bei der mit dem nassen Pinsel Farbe auf die Bildfläche geschleudert wird. In einem nächsten Schritt wird die so vorbereitete Leinwand mit dünnen Bleistiftstrichen gegliedert, so dass sich aus den feinen Linien ein orthogonales Raster ergibt, das der Fläche grundlegende Struktur verleiht. Penibel von oben nach unten mit dem breiten Pinsel aufgetragene pastose oder lasierende Farbstreifen folgen als Binnenstruktur diesem übergeordneten Schema. Leerstellen ermöglichen dabei den Blick auf Darunterliegendes.
In der Arbeit von Abdelhadi El Aïdi vereint sich Spontanes und Geplantes. Der Maler experimentiert mit Störung, Ordnung und Abweichung. Gedachtes Ideal und individuelle Ausführung, Praxis und Theorie, Idee und Tat, Reguläres und Irreguläres wirken ineinander, durchdringen sich, ohne sich jedoch gegenseitig aufzuheben oder außer Kraft zu setzen. Die ambivalente Wirkung der Arbeiten beruht auf der Spannung zwischen statischem Raster und Dynamik, die der sichtbar vollzogene Pinselstrich als Ausdruck von Bewegung beinhaltet. Der Duktus verrät die langsame Bedächtigkeit oder die rasante Vehemenz, mit der der Pinsel geführt wurde, und suggeriert auf dem ruhenden Bild den Eindruck von Farbe im Fluss. Jedes Segment und im Zusammenspiel das ganze Bild besitzen ein individuelles Tempo. ©Jutta Saum, 2007
Mohamed Mourabitis Arbeiten entstehen im Arbeitsprozess, bei dem er die Bilder Schicht um Schicht aufbaut. In seine architektonischen und figurativen Phantasien arbeitet er sowohl symbolträchtige Zeichen als auch Zeugnisse des Alltags wie Fotos oder Einkaufszettel kollageartig ein.
|
|
|